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Foto von ANGELA LORETO

ANGELA LORETO, 19 JAHRE
AUSZUBILDENDE GAS-WASSER-INSTALLATEURIN

Wie erfolgt deine Ausbildung? Dual? D.h. gehst du zeitweise in den Betrieb und dann wieder zur Schule?

Ich arbeite immer im Betrieb; Dienstags, und alle zwei Wochen Donnerstags, habe ich Berufsschule.

Wie bist du auf diesen Beruf gekommen? Gas-Wasser-Installateurin ist ja nicht unbedingt ein "mädchentypischer" Beruf.

Früher wollte ich Bankkauffrau werden, weil es bei uns in der Familie so üblich gewesen ist, dass Frauen im Büro arbeiten oder ähnliches, also "weibliche Berufe" ausüben. Ich habe dann ein Praktikum bei einer Bank gemacht, was mir aber gar nicht gefallen hat. Da habe ich gemerkt, dass ich handwerklich ziemlich begabt bin. Ich kann eigentlich alles Mögliche. Zuerst wollte ich, weil mein Vater das auch macht, am liebsten Stuckateurin werden, aber im Endeffekt ist es mir doch ein bisschen zu schwer, wenn man mit Zement arbeiten muss. Meine zweite Berufswahl war dann KFZ Mechanikerin, für die ich auch eine Ausbildungsstelle hätte haben können, aber der Beruf ist zu beliebt, und deshalb gibt es für später nicht viele Chancen - und schon mal gar nicht für Mädchen. Letzten Endes habe ich einfach an alle handwerklichen Betriebe geschrieben, von denen ich mir vorstellen konnte, dass sie mir gefallen könnte. Die Firma, in der ich jetzt arbeite, hat sich dann als erste gemeldet und ich habe ein halbjähriges Praktikum gemacht. Das hat mir sehr gut gefallen. Auf Baustellen zu arbeiten hat total Spaß gemacht. Dann habe ich auch sofort meinen Ausbildungsvertrag bekommen. Mein Chef hat sogar extra für mich noch eine Umkleidekabine eingerichtet.

Wirklich?

Ja, das größte Problem ist, dass die Firmen meist keine Umkleidekabinen haben.

Wie haben deine Eltern und Freunde auf deinen Entschluss reagiert, den Beruf zu ergreifen?

Ganz unterschiedlich. Meine Mutter findet das total klasse. Die engsten Freunde und Verwandten auch. Die kommen auch immer gleich an und bitten mich, für sie handwerkliche Dinge zu erledigen. Es gibt aber auch Leute, die sagen: "Wie kannst du denn so was machen? Für Mädchen ist das doch voll blöd. So was würde ich nie machen."

Welche Schulausbildung hast du?

Hauptschulabschluss. Ich habe aber die Oberschulreife.

Kannst du deinen späteren bzw. jetzigen Berufsalltag beschreiben? Welche Arbeiten erledigst du? Was macht man so als Gas-Wasser-Installateurin?

Man legt z.B. Wasserleitungen beim Neubau, außerdem Gas- und Heizleitungen oder Bodenheizungen. Man macht Installationen, das heißt, Waschbecken oder Badewannen anmontieren; Demontage, das heißt, dass man alles rausreißt; Lüftungen für die Toilette. Alles im Bereich Wasser und Heizung.

Könntest du diesen Beruf weiterempfehlen, also auch anderen Mädchen? Wenn ja, weshalb?

Ja. Mir macht es ungeheuren Spaß auf den Baustellen. Es ist immer was Neues, man macht nicht jeden Tag das Gleiche. Man lernt jeden Tag neue Leute kennen. Es macht einfach Spaß. Es wird nie langweilig.

Wie sind deine Erfahrungen als Frau in diesem Beruf? Du arbeitest ja wahrscheinlich mit vielen Männern zusammen.

Eigentlich habe ich nur gute Erfahrungen gemacht. Meine Kollegen sind eigentlich immer sehr nett. Und wenn sie sehen, dass es mal nicht so klappt, weil etwas für mich zu schwer ist, dann helfen sie auch sofort. Natürlich gibt es auch ein paar Männer, die nur dastehen und beobachten, ob ich meine Aufgaben schaffe oder nicht, die dann nur am Pfeifen sind und mich blöde anmachen. Aber da höre ich dann gar nicht drauf. Und außerdem habe ich so spitzenmäßige Arbeitskollegen, die heizen denen dann gleich ein.

Wie siehst du deine berufliche Zukunft?

Ganz gut! In meinem Betrieb werden fast alle Auszubildenden übernommen. Wer nicht übernommen wird, der muss schon wirklich schlecht sein. Aber ich finde mich in dem Betrieb gut zurecht. Was ich später genau machen werde - das weiß ich nicht. Es kann sein, dass ich noch meinen Meister mache, oder vielleicht mache ich noch eine andere Ausbildung. Mal sehen. Wenn's nach mir ginge, würde ich am liebsten in jedem Beruf arbeiten, aber da habe ich mich noch nicht festgelegt.

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Foto von Miriam Beckendorf

MIRIAM BECKENDORF, 26 JAHRE
AUSZUBILDENDE MEDIENGESTALTERIN FÜR DIGITALE UND PRINTMEDIEN

Wie erfolgt deine Ausbildung? Dual - im Betrieb und in der Schule?

Als MediengestalterInnen haben wir Blockunterricht, das heißt, wir gehen 2-3 Monate in den Betrieb und im Anschluss dann vier Wochen zur Schule.

Wie bist du auf den Beruf gekommen?

Das ist ein Beruf, den es erst seit drei oder vier Jahren gibt, das heißt, es ist noch ein ziemlich neuer Beruf. Ich habe früher studiert und die Motivation verloren, weil ich viel theoretisch arbeiten musste. Ich bin eher der praktische Mensch, wie ich durch Nebenjobs erfahren habe. Ich habe mich gefragt, was ich so werden möchte, und dann erkundigt - so bin ich auf diesen Beruf gekommen. Ich hatte schon etwas Gestalterisches, Künstlerisches im Sinn, wollte aber nicht nur am Computer sitzen und etwas entwerfen, sondern auch mit der Hand und mit dem Kopf arbeiten. Das war das Ausschlaggebende - da bot sich der Job eben an.

Wie fanden deine Eltern und Freunde deinen Entschluss, das Studium abzubrechen?

Hervorragend.

Galt das auch für den Beruf?

Ja klar, das fanden sie auch total klasse. Vom Studium waren sie von Anfang an nicht so angetan. Ihnen gefiel, dass ich mich jetzt dafür entscheide, eine Ausbildung durchzuziehen bzw. etwas anzufangen, was auch ein Ende hat, und bei einem Studium weiß man ja nie, ob es ein Ende hat.

Was sollten Mädchen, die den Beruf ergreifen wollen, deiner Meinung nach mitbringen?

Mut. Bei den ersten Vorstellungsgesprächen wurde mir gesagt, welche Qualifikationen ich eigentlich für die Mediengestalter-Ausbildung haben muss, sprich: Computererfahrung. Die hatte ich zwar, aber ich hatte keine Vorstellung, in welcher Dimension diese Computererfahrung erwartet wurde. Da muss man einfach über seinen Schatten springen und sich sagen: Du packst das! Ich habe am Anfang auch gedacht, in meiner Berufsschulklasse würden wahrscheinlich nur Cracks sitzen, und da muss man einfach Mut haben.

Saßen in der Klasse dann nur Cracks?

Nein. Im digitalen Bereich vielleicht. Es gibt zwei Schienen der Ausbildung: die Digitalschiene und die Printschiene. Ich bin jetzt Printer, und ich war überrascht, wie viele Mädchen da eigentlich sind - etwa die Hälfte der Azubis - und dass eigentlich niemand wesentlich mehr Qualifikation im Computerbereich mitgebracht hat. Es war bei allen irgendwo auf einem Niveau. Das war dann eigentlich toll.

Welcher Schulabschluss ist für die Ausbildung notwendig?

Ich glaube nicht, dass Abitur notwendig ist. Ich denke, dass ein Realschulabschluss ausreicht.

Welche Arbeiten machst du, wenn du in dem Betrieb arbeitest?

Ich gestalte bzw. konstruiere Logos. Wenn ein Neukunde zu uns kommt und ein Corporate Design benötigt, muss ich mir Gedanken über Hausfarbe, Hausschrift und zukünftige Firmenlogo machen. Das ist das Interessanteste an unserem Beruf, denke ich mal. Ansonsten muss ich auch Belichtung machen, was eher eine technische Aufgabe ist, die am Anfang vielleicht langweilt. Die Vorgänge der Belichtung sind eher das langweilige Element der Arbeit. Das Kreative, Gestalterische ist das, was einem ein bisschen Auftrieb gibt. Wenn man das sieht, was man gestaltet hat und der Kunde akzeptiert die Arbeit und sagt: "Das ist wirklich gut geworden", dann ist man auch zufrieden, egal ob man jetzt in der Ausbildung ist oder schon lange Berufserfahrung hat. Ich denke, dass der Beruf sowohl seine faden Seiten hat als auch einige interessante, die dann in der Gestaltung liegen.

Kannst du den Beruf weiterempfehlen?

Auf jeden Fall - also auch den Frauen, die bisher meinen, dass sie mit Computern wenig Erfahrung haben. Wer also ein bisschen Lust auf Gestaltung und Kreativität hat, der sollte sich melden.

Wie sind deine Erfahrungen als Frau in diesem Beruf?

Es ist nicht so, dass man sich in einer Stellung beweisen muss, die nicht auf einen zugeschnitten ist. Ich habe nie das Gefühl gehabt, dass ich als unfähig oder inkompetent erklärt werde, oder dass ich nicht die Akzeptanz bekomme, die ein Mann bekommen würde. Das liegt wahrscheinlich daran, dass der Beruf noch relativ neu ist und die Stellen deshalb schon von Anfang an auch mit Frauen besetzt wurden.

Wie siehst du persönlich deine berufliche Zukunft?

Ich gehöre jetzt, glaube ich, zum dritten Jahrgang, der mit der Ausbildung anfängt. Man sagt, dass man noch gute Chancen hat, weil der Beruf noch ziemlich neu ist, aber man sollte sich wohl entscheiden, ob man sich neben der Ausbildung nicht noch weiterbildet, beispielsweise im Webdesign, damit man etwas Konkretes vorweisen kann, wenn man fertig ist. Ansonsten könnte es vielleicht schwierig werden, beruflich weiterzukommen. Ich selbst werde direkt übernommen, das ist für mich also kein Problem, aber andere sollten sich überlegen, ob sie sich nicht nebenbei noch weiterentwickeln wollen.

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Foto von HI-SIN LEE

HI-SIN LEE, 20 JAHRE
AUSZUBILDENDE MEDIENGESTALTERIN FÜR DIGITALE UND PRINTMEDIEN (Fachrichtung Medienoperating)

Wie erfolgt deine Ausbildung? Dual, d.h. im Betrieb und in der Schule?

Ja, dual.

Wie bist du auf diesen Beruf gekommen?

Ich habe mir erst Gedanken gemacht, welche Richtung, welche Branche mich interessiert. Da bin ich darauf gekommen, dass ich schon etwas in der Medienbranche machen wollte, ich wusste aber nicht genau was, weil es ja gerade in dieser Branche so viele Möglichkeiten gibt, ob das jetzt beim Fernsehen oder bei einer Agentur ist. Dann habe ich mich im BIZ informiert, die ganzen Berufe mal ein bisschen angeschaut und ein paar davon rausgesucht. Dann habe ich ganz spontan ein Praktikum bei einem Fotografen gemacht, der Werbung, also Mode- und Produktfotografie, gemacht hat. Dadurch habe ich dann gemerkt, dass mir die Arbeit am Computer Spaß macht. Das ist ganz lustig, wenn die Motive nachbearbeitet und Leute da noch retuschiert werden. Ich habe mir gedacht: Das ist doch was für mich, woraufhin ich mich erkundigt habe, ob diese Tätigkeiten in einem bestimmten Berufsbild zusammenfinden. Bei der Mediengestalter-Ausbildung war das der Fall. Dafür habe ich mich entschieden und dann um einen Ausbildungsplatz beworben.

Wie fanden deine Eltern und Freunde den Entschluss, den Beruf zu ergreifen?

Wenn man die Berufsbezeichnung hört, stellen sich viele erst wer-weiß-was vor, dass ich als Auszubildende jetzt auf dem hohen Ross sitze und die ganz großen Aufträge bearbeite. Aber eigentlich finden meine Eltern und Freunde das ganz gut, gerade weil das auch in ihren Augen kein 08/15-Beruf ist. Sie wissen einfach nicht, was ich da in der Realität so mache. Die stellen sich dann vor, dass ich schon für die großen Firmen entwerfe, aber dass man da erst mal ganz klein anfängt, das wissen sie alle nicht. Deswegen finden sie's halt prinzipiell toll.

Was sollten Mädchen deiner Meinung nach für diesen Beruf mitbringen?

Ich würde nicht sagen, dass Mädchen andere Eigenschaften mitbringen sollten als Jungs. Ich denke, die Mädchen sollten generell offen sein, sich zutrauen, auch mit gewissen technischen Geräten, z.B. in der Plattenbelichtung und in der Druckerei, umzugehen, da man da auch ein bisschen praktisch arbeiten muss. Dafür sollten sie offen sein und sich nicht zu zimperlich anstellen. Sie sollten nicht denken: Nein, das mache ich nicht, da bin ich mir zu fein für. Man muss es einfach machen. Ansonsten kann man seine persönlichen Stärken in dem Beruf sehr gut ausleben, da muss man als Mädchen nichts Spezielles vorweisen. Am Anfang ist man vielleicht verunsichert, ob in seiner Klasse die technischen Superköpfe und Computerexperten sitzen, aber solche Fähigkeiten sind in dem Beruf eigentlich nicht erforderlich. Wenn ich etwas gestalten soll, dann können mir die "Experten" mit noch so vielen Formeln kommen - das spielt keine Rolle.

Interesse am Computer oder an Maschinen ist aber doch schon notwendig?

Sicher, wenn man sich nicht vorstellen kann, den ganzen Tag am Computer zu sitzen, dann ist das natürlich kein Beruf, den man dreißig Jahre lang ausüben kann, aber solange man sich darüber im Klaren ist ...

Welche Schulausbildung ist notwendig?

Realschulabschluss, aber ich habe Fachabitur.

Welche Arbeiten machst du genau?

Ich bin in der Druckerei und im Produktionsbereich tätig, d.h. ich bekomme hauptsächlich Daten von Kunden, baue die so auf, dass sie später auf den Platten richtig gesetzt werden, also druckfertig sind. Beim Gestalten bin ich momentan eher selten, aber es kommt auch schon vor, dass das für die Herstellung von Werbung, Visitenkarten, etc. gefordert wird.

Kannst du den Beruf weiterempfehlen?

Ja, ich kann den Beruf auf jeden Fall weiterempfehlen, weil man in diesem Bereich nicht festgelegt ist, man kann sich noch in verschiedene Richtungen weiterentwickeln. Man muss später nicht notwendigerweise in einer Druckerei arbeiten, man kann auch sagen "Ich möchte gestalten" und geht in eine Werbeagentur. Oder bildet sich weiter in Richtung Internet. Oder man studiert noch, z.B. Grafikdesign oder etwas ähnliches. Es gibt viele Möglichkeiten. Man ist da nicht festgelegt.

Wie sind deine Erfahrungen als Frau in dem Beruf?

Eigentlich positiv. Ich denke mal, als Frau hat man in dem Beruf einen sehr guten Stand. Man muss sich nicht durchboxen, weil der Bereich Gestaltung wohl immer positiv mit Frauen verbunden wird. Was die technischen Dinge angeht, erwartet niemand, dass ich mir jetzt die großen Kniffe ausdenke. Ist ja auch klar, das hat keiner der Auszubildenden am Anfang drauf.

Wie siehst du deine berufliche Zukunft?

Viele Druckereien schließen gerade, weshalb es vielleicht in Zukunft schwierig werden könnte, eine Stelle zu bekommen. Nach der Ausbildung könnte es schwieriger werden, aber das muss man mal sehen. Ich könnte da jetzt noch keine Prognose geben.

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Foto von FARINA KRINER

FARINA KRINER, 20 JAHRE
AUSZUBILDENDE BAUZEICHNERIN

Wie erfolgt deine Ausbildung? Dual?

In diesem Schuljahr habe ich Donnerstags und Freitags Berufsschule und bin die restlichen drei Tage im Büro. Während der Schulferien bin ich die ganze Woche im Betrieb.

Welchen Schulabschluss hast du?

Ich habe Fachabitur.

Wie bist du auf den Beruf gekommen?

Ich bin vielleicht ein bisschen vorbelastet, weil mein Vater Architekt ist. Allerdings habe ich trotzdem in meiner Berufswahl in den letzten Jahren sehr oft meine Meinung geändert. Ich wollte zwischendurch z.B. Grundschullehrerin werden, bis ich dann gemerkt habe, dass mir sehr viel am grafischen Bereich liegt, d.h. etwas Gestalterisches, Grafisches zu machen. Ich wollte eigentlich Grafikdesign studieren, aber nachdem ich mich erkundigt habe, wie genau das Studium abläuft, hat es mich dann doch nicht mehr so gereizt. Als Architektin bzw. Bauzeichnerin kann ich auch gestalten und kreativ sein, aber trotzdem den Kontakt mit Menschen behalten, was mir sehr wichtig ist.

Siehst du deinen Beruf als Sprungbrett zu einem Studium?

Ja, ich möchte auf jeden Fall später Architektur studieren.

Wie fanden deine Eltern und Freunde deinen Entschluss, den Beruf zu ergreifen?

Mein Vater war natürlich überglücklich, er hatte die Tränen quasi in den Augen stehen. Er hat sich immer gewünscht, dass eines von uns Kindern später einmal sein Büro übernimmt, weil er es wirklich gut aufgebaut hat und ihm sein Beruf Spaß macht. Meine Mutter hat sich auch sehr gefreut, weil sie selbst einmal Architektur studiert hat, es dann aber wegen der Geburt meines jüngeren Bruders aufgeben musste. Die Freunde sahen die Entscheidung nach dem Prinzip "Wie der Vater, so die Tochter", aber prinzipiell finden es alle schön, dass ich den Beruf ausübe.

Was sollten Mädchen deiner Meinung nach in diesen Beruf mitbringen?

Es ist hauptsächlich Computerarbeit, jedenfalls bei uns im Büro. Man muss es nicht von Anfang perfekt beherrschen, aber man sollte Verständnis für Computer mitbringen, d.h. dass man die Funktionsweise der Programme verstehen kann, da der Großteil der Arbeit damit zusammenhängt. Man sollte außerdem kreativ sein und Interesse daran haben, mit Menschen umzugehen und klarzukommen. In der Berufsschule sollte man sich darauf einstellen, dass auch Mathematik, Physik und Chemie auf dem Lehrplan stehen.

Welche Schulausbildung ist notwendig?

Mindestens Realschulabschluss, denke ich.

Welche Arbeiten machst du in deinem Betrieb?

Ich mache die Ausbildung im Büro meines Vaters, was Vor- und Nachteile bringt. Ein Vorteil ist, dass mein Vater weiß, was er mir zutrauen kann, d.h. dass ich schon nach drei Wochen selbständig an den Computerprogrammen arbeiten konnte. Ich sollte z.B. aus der Vorlage für ein Brillengeschäft einen Frisiersalon gestalten. Mein Vater wusste, dass ich Fantasie habe und die grundlegenden Funktionen des Programms beherrsche, also sagte er: "Mach es einfach". Ich übe in meiner Ausbildung also nicht nur, sondern arbeite wirklich schon für meinen Vater, d.h. meine Vorschläge werden auch tatsächlich umgesetzt. Das macht natürlich Spaß, weil ich so nicht nur dasitze und stur Übungen durchführe.

Kannst du den Beruf weiterempfehlen?

Ja, auf jeden Fall. Mir macht es unheimlich Spaß, am Rechner zu sitzen. Am Zeichenbrett arbeite ich selbst weniger, obwohl das ja eigentlich dazugehört. Das mache ich nur in der Schule. Ansonsten ist es so, dass man Dinge, die man sich im Kopf vorstellt, entwirft und später, wenn es tatsächlich gebaut wird, in 3D ansehen kann. Das finde ich faszinierend.

Wie siehst du deine persönliche berufliche Zukunft?

Meine persönliche Zukunft ist eigentlich relativ gesichert, da ich später das Büro meines Vaters übernehmen werde, wenn ich mein Studium beendet habe.

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Foto von JULIA LÜBKE

JULIA LÜBKE, 18 JAHRE
AUSZUBILDENDE BAUZEICHNERIN FÜR ALLGEMEINEN HOCHBAU

Wie erfolgt deine Ausbildung? Dual, d.h. in Betrieb und Schule?

Ich gehe zwei Tage in der Woche zur Berufsschule und die drei anderen Tage bin ich im Betrieb.

Wie bist du auf diesen Beruf gekommen?

Ich habe im Mai das Gymnasium abgebrochen. Als ich mir "Beruf Aktuell" durchgeblättert habe, bin ich bei Bauzeichnerin hängen geblieben. Ich wollte eigentlich was Kreatives machen, wobei die Frau im Arbeitsamt meinte, Bauzeichnerin wäre nicht kreativ. Heute bin ich anderer Meinung: Das ist sehr kreativ. Ja, so bin ich drauf gekommen. Ich habe mich beworben und bin angenommen worden.

Wie fanden deine Eltern und Freunde deinen Entschluss?

Meine Eltern haben den Entschluss sehr begrüßt, obwohl sie eigentlich gar nicht wussten, was sie sich unter dem Beruf Bauzeichnerin vorzustellen hatten. Sie fragen mich heute noch: "Was sollen wir den Leuten denn sagen? Was bist du denn jetzt?" Eigentlich finden es aber alle positiv, obwohl es kein besonders bekannter Beruf ist - Ich kannte ihn vorher gar nicht, da bin ich ehrlich - und die Leute horchen schon auf, wenn sie Bauzeichnerin hören.

Hast du vor, später noch zu studieren?

Ja, das ist der Grund, warum ich jetzt die Ausbildung mache. Ich möchte Sicherheit haben, d.h. wenn ich später studiere und es klappt nicht, dann habe ich wenigstens meine Ausbildung. Und auf jeden Fall möchte ich in dem Bereich bleiben, also Architektur studieren.

Welchen Schulabschluss hast du?

Ich musste mein Fachabitur nachholen, weil ich nach der elften Klasse von der Schule abgegangen bin.

Was sollten Mädchen, die sich für den Beruf interessieren, deiner Meinung nach mitbringen?

Auf jeden Fall Verständnis für die visuellen Dinge, die man am Computer macht. Zeichnen muss man können, das ist wichtig, um sich selbst und seine Ideen verständlich zu machen. Und man muss mit dem Computer umgehen können. Man darf einfach nicht ängstlich sein.

Welche Schulausbildung ist nötig?

Eigentlich wird oft Abitur gefordert, wenn man ein gutes Realschulabschlusszeugnis hat, wird man auch genommen. Ein Hauptschulabschluss reicht aber nicht aus.

Welche Arbeiten machst du im Betrieb?

Abgesehen von nebensächlichen Dingen sitze ich die meiste Zeit am Computer. Ich bin die erste Auszubildende in meinem Betrieb, die schon von Anfang an am Computer arbeiten darf, denn von Hand gezeichnet wird bei uns fast gar nicht mehr. Wir haben noch nicht mal ein Reißbrett im Büro stehen. Ich werde bei einem Landschaftsarchitekten ausgebildet, weshalb wir uns vorwiegend mit Haldenkonstruktionen beschäftigen, obwohl meine Ausbildung im Schwerpunkt Hochbau stattfindet (die anderen Schwerpunkte sind Landschafts- und Tiefbau). Das ist gar nicht schlecht, weil ich so die Möglichkeit habe, später in zwei verschiedene Richtungen zu gehen.

Kannst du den Beruf weiterempfehlen?

Im Nachhinein, ja. Am Anfang wusste ich nicht, was auf mich zukommt, da ich die Ausbildung ja eher spontan begonnen habe. Aber es macht Spaß, allein schon wegen der Kreativität. Auch wenn einem gesagt wird, der Beruf wäre nicht kreativ - man muss sich schon anstrengen.

Wie sind deine Erfahrungen als Frau in diesem Beruf?

Meine Erfahrung ist, dass man als Frau in diesem Beruf einen Vorteil genießt: Man bekommt alles genau erklärt. Das führt dazu, dass die Mädchen ihre Arbeit etwas genauer machen. Meine Vorgänger in der Ausbildung waren zwei Jungs, die nicht so sorgfältig waren. Man wird bis zu einem gewissen Punkt genauer und gewissenhafter - das ist ein Vorteil dabei.

Wie siehst du deine persönliche berufliche Zukunft?

Ich hoffe, übernommen zu werden. Aber es ist schwer zu sagen. Ich glaube, dass sich die Architekturbranche immer mehr ausläuft, da die meisten Plätze ja schon zugebaut worden. Insgesamt denke ich aber, dass die Situation noch positiv ist.

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Foto von JUTTA WALDHOFER

JUTTA WALDHOFER, 31 JAHRE, LEDIG,
STUDIENRÄTIN AM BERUFSKOLLEG BOCHUM, FÄCHER BAUTECHNIK UND MATHEMATIK

Haben Sie eine Ausbildung gemacht?

Ich habe vor dem Studium keine Ausbildung gemacht, sondern nach dem Abitur sofort mein Studium begonnen, allerdings erst im Bauingenieurwesen. Nach zwei Semestern habe ich auf Lehramt für Bautechnik und Mathematik gewechselt.

Wie ist es zu dem Wechsel gekommen?

Dazu ist es gekommen, weil ich ein Praktikum auf einer Hochbaustelle gemacht habe und mir klar geworden ist, dass der einzige Job im Bauingenieurwesen, der mich interessierte, der des Bauleiters war. Ich wollte aber nicht von sechs Uhr morgens bis acht Uhr abends auf der Baustelle stehen, da ich, gerade als Frau, noch andere Ziele im Leben außerhalb der Karriere habe, die ich verwirklichen möchte. Ich habe mich dann entschlossen, bei meinen Fächern zu bleiben, aber den Schwerpunkt anders zu setzen und in die Schule zu gehen. Da würde ich auch mit Menschen zu tun haben, einen aktiven Beruf, keinen reinen "Sitzjob", was mit sehr wichtig war - und dann habe ich das einfach gemacht.

Es wäre als Ingenieurin also auch nicht möglich gewesen, Teilzeit zu arbeiten?

Das ist sehr schlecht. Es gibt zwar auch Ingenieurstätigkeiten, die denen eines Sachbearbeiters entsprechen, aber um das zu erreichen, brauche ich kein Universitätsstudium. So ein Studium soll ja auch zu einer höheren Laufbahn qualifizieren und wenn man diese nicht wahrnehmen kann, bringt das Studium gar nichts. Ich habe viele Freundinnen, die erfolgreich als Bauingenieurinnen arbeiten und mich um meine Tätigkeit, meine Arbeitszeiten und die Möglichkeit, Kinder zu bekommen und Teilzeit zu arbeiten, sehr beneiden. Ob man das nun macht oder nicht, ist egal, aber es ist schön, die Möglichkeit zu haben. Die Frauen, die im Bauingenieurwesen arbeiten, haben gar keine Wahl, es sei denn, sie geben sich mit einem Job zufrieden, der nur im Büro stattfindet. Als Bauleiter ist das aber eben nicht möglich, weil man die Baustelle von vorne bis hinten leitet und nicht zwischendurch jemand anderen einarbeiten kann.

Finden Sie, dass ein Studium in Ihrer Fächerkombination - Bautechnik und Mathematik - auch für Mädchen geeignet ist? Wenn ja, warum?

Es ist ja eine Sache der persönlichen Neigung. Bei mir kristallisierte sich schon während der Schulzeit heraus, dass meine Neigung eher im naturwissenschaftlichen Bereich liegt. Mathematik habe ich in der Schule immer gerne gemacht, Bautechnik hat mich interessiert, und so hat sich das entwickelt. In meiner Stufe waren damals viele Mädchen, die etwas im Bereich Mathematik geworden sind: Baumaschineningenieurin, Elektrotechnikingenieurin etc. Die Vorstellung, dass Mädchen so etwas nicht können, ist auch Unsinn. In meinem damaligen Leistungskurs Mathematik waren die Mädchen zum Beispiel immer viel besser als die Jungs. Man soll einfach das machen, was man gerne macht. In einem Bauingenieursstudium ist man auch nicht gerade "allein unter Männern". Es gibt schon viele Frauen, die das studieren. In der Mathematik ist das anders, da gibt es schon wesentlich mehr Männer, aber das ist kein Nachteil.

Wie waren Ihre Erfahrungen als Frau im Studium und jetzt im Beruf?

Ich habe ja in der Männerhochburg Aachen studiert, wo glaube ich 80% der Studenten männlich sind, und ich fand die Situation OK. Es war auch auf eine Art eine Berufsvorbereitung, weil das Geschlechterverhältnis - auch hier in der Berufsschule - sehr unausgewogen ist. In der Bautechnik sind wir zehn Kollegen, davon nur zwei Frauen; in der Mathematik bin ich unter acht Kollegen die einzige Frau. Man ist immer in der Minderheit, aber ich habe nie das Gefühl gehabt, ich würde nicht akzeptiert oder müsste mich beweisen.

Wie sieht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Ihrer Tätigkeit aus?

Ganz gut, optimal eigentlich. Da das Bundesland Nordrhein-Westfalen der Arbeitgeber ist, sind hier sehr familienfreundliche Verhältnisse.

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Foto von Fakiye

Fakiye, 35 Jahre, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Türkei
"Ögretmenlik bitmeyen bir ögrenme sürecidir!
- Frau lernt nie aus!"

Für immer lernen? - "Bloß nicht!", würden die Meisten wohl sagen. Anders Fakiye, sie geht auch mit 35 Jahren immer noch sehr gerne in die Schule bzw. Universität. Allerdings auf der anderen Seite der Schulbank als Lehrerin bzw. Dozentin. Sie ist fasziniert davon, immer wieder Neues dazu zu lernen. Ob sie mit ihren Student/innen Artikel oder Bücher liest, Gedichte interpretiert oder das kreative Schreiben übt, "ich bin immer wieder auf einer neuen Entdeckungsreise" meint Fakiye. Diese endet allerdings in der Regel nicht um 18 Uhr, so wie es in meisten Berufen üblich ist. Neben der regulären Unterrichtszeit bereitet sie abends oder am Wochenende Themen für ihren Unterricht vor, berichtigt Klausuren oder liest neue Bucherscheinungen.

In der Türkei ist es für Frauen durchaus nicht ungewöhnlich zu studieren. Gerade Frauen aus den Großstädten wie Istanbul und Ankara, aber auch viele Frauen aus kleineren Dörfern gehen an die Universität um einen möglichst qualifizierten Berufsabschluss zu erreichen. Anders als in Deutschland muss jedoch als erste Hürde für alle Studierenden ein Aufnahmetest gemacht werden. Erst nach Bestehen dieser Prüfung konnte Fakiye mit dem Studium "Theaterkritik und Dramaturgie" beginnen.

Nach dem Studienabschluss hat sie einige Zeit an einer Grundschule unterrichtet, bevor sie nach vier Jahren einen weiteren Abschluss, den Master, gemacht und ihre Doktorarbeit geschrieben hat. Seitdem unterrichtet sie an der Universität in Istanbul und schreibt nebenbei Theaterkritiken. Der nächste Schritt in ihrer Laufbahn wäre eine Professur zu erlangen. Doch dafür muss sie zunächst ein Buch schreiben und veröffentlichen. "Gut dass ich bis jetzt noch keine Kinder habe" findet Fakiye, "sonst hätte ich bestimmt nicht mehr die Zeit meine Karriere voran zu treiben."

Den Mädchen, die vor der Berufsentscheidung stehen rät sie: "Ich glaube, es ist ganz wichtig, vor der Berufswahl sich selbst zu erforschen und versuchen die eigenen Bedürfnisse und Fähigkeiten zu entdecken. Denn nur wenn ihr an etwas Spass habt, seid ihr auch erfolgreich!"

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Foto von Kasia

Kasia, 25 Jahre, Chemielaborantin, Polen
Ein Reagenzglas hat bei mir die (chemische) Reaktion ausgelöst!

Schon in der Schule war Chemie Kasias Lieblingsfach. Literatur und Erdkunde fandsie dagegen schrecklich langweilig. "Einmal erwischte mich die Lehrerin sogar beim Schnarchen," gibt sie zu.

In Polen dauert die Grundschulzeit acht Jahre, danach müssen die Schüler/innen sich schon entscheiden, welchen Beruf sie später ausüben möchten. Für Kasia war es klar: Sie wollte Chemielaborantin werden. Nach dem Grundschulabschluss besuchte sie eine Schule für Lebensmittel- und Chemielaborant/innen. Während diverser Praktika sollte Kasia an ihren zukünftigen Beruf konkret heran geführt werden. Ihre eigentlichen Aufgaben lernte sie jedoch erst in der alltäglichen Arbeit kennen.

Ihre erste Arbeitsstelle war in einer Firma, die Lebensmittel auf ihre Haltbarkeit hin überprüft. Dort bestand ihre Arbeit in erster Linie aus der Aufarbeitung und Auswertung von Daten. Zurzeit ist sie in einem großen Arzneimittelkonzern beschäftigt. Hier werden die Medikamente kontrolliert bevor sie auf den Markt kommen. 47 Kasias Aufgabe ist die Entnahme von Proben und wiederum deren Auswertung. Diese präzise und verantwortungsvolle Arbeit ist genau das, was sie sich immer vorgestellt und gewünscht hat.

Allerdings bereut die 25-jährige heute, nicht studiert zu haben. "Mit einem Diplom hat man einfach größere Aufstiegschancen und das Gehalt ist deutlich höher". In ihrer jetzigen Position verdient Kasia umgerechnet ca. 250,- Euro. Davon kann sie in Polen recht gut leben und sich auch eine eigene Wohnung leisten, große Sprünge kann sie aber nicht machen. Gleichwohl ist sie auf das Geld angewiesen, BAFÖG oder eine ähnliche Förderung würde Kasia nicht erhalten. So kann sie im Moment leider nicht auf ihre Arbeit verzichten, um zu studieren. Ihr Traum ist es, ein Abendstudium zu absolvieren. "Vielleicht klappt es nächstes Jahr, wenn ich mit meinem Freund zusammenziehe". hofft Kasia.

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Foto von Juana Maria

Juana María, 35 Jahre, Polizistin, Spanien
"Con mucho orgullo - Mit viel Stolz"

Lautes Sirenenheulen, Schiessereien und blutige Verbrecherjagden, wie wir es aus Hollywood kennen, das gibt¹s in der kleinen Stadt am südlichsten Zipfel Spaniens nicht. Langweilig ist der Job einer Polizistin dort aber keineswegs. Selbst nach 13 Jahren an dem gleichen Arbeitsplatz ist sich Juana María sicher: "Es war eine sehr gute Entscheidung. Mein Job ist abwechslungsreich und immer wieder spannend!"

Eigentlich wollte sie Sozialpädagogik studieren, doch für das Studium reichte ihr Notendurchschnitt nicht aus. Der Traum war geplatzt und sie wusste nicht, was sie nach der Schule machen sollte. Eines war ihr jedoch klar: Einen altbewährten, typischen Frauenberuf, wie es ihr traditionsbewusster Vater vorgeschlagen hatte, wollte sie nicht erlernen. Schließlich erzählte ihre beste Freundin ihr von der Polizeischule. Der Gedanke Polizistin zu werden erschien ihr erstmal ein wenig ungewöhnlich und vor allem ihre Eltern taten sich sehr schwer damit. Doch nach vielen Gesprächen mit Freund/innen und Bekannten gab sie sich einen Ruck und meldete sich zur Polizeischule an.

"Es ist ein sehr gutes Gefühl, Menschen helfen zu können", sagt sie und strahlt dabei. Die Gelegenheit dazu hat sie jeden Tag aufs Neue, wenn sie Streife73 fährt oder im Wechsel für einen Monat den Dienst auf der Wache übernimmt. Und das in Schichtarbeit (!), d.h. abwechselnd Morgen-, Abend- und Nachtschichten jeweils acht Stunden. Da kommt es schon öfter mal vor, dass sie Hilfe braucht, damit ihre zwei Kinder (4 und 9 Jahre) betreut werden. Die Hausarbeit teilt sie sich mit ihrem Mann, der ebenfalls berufstätig ist. "Bei uns herrscht Gleichberechtigung" sagt Juana Maria selbstbewusst. Das ist jedoch in Spanien nicht der Normalfall. Und von ihren männlichen Kollegen und Vorgesetzten hört sie des Öfteren mal Macho-Sprüche, die sie aber geschickt abzuweisen weiß, so dass es so Manchem die Sprache verschlägt: "Se cayan la boca."

Dieses Durchsetzungsvermögen ist sehr von Vorteil bei 46 Männern und nur 2 Frauen auf dem Polizeirevier! Offiziell arbeiten Frauen unter den gleichen Arbeits- und Gehaltsbedingungen (ca. 1400,- Euro im Monat) wie Männer, aber "obwohl wir im 21. Jahrhundert leben, sind die Frauen beruflich noch längst nicht gleichgestellt", meint die 35-jährige und wünscht sich, dass mehr Mädchen sich wagen eher ungewöhnliche Berufswege zu gehen. Sie jedenfalls ist stolz darauf eine Polizistin zu sein!

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